Veröffentlicht am 2026-08-03
Du hast Taschen für deine Sommerausrüstung gekauft, alles passte, du warst glücklich. Dann kam der Oktober, und plötzlich ist der Schlafsack dicker, die Jacke passt nirgendwo rein, und an Ersatzhandschuhe ist nicht zu denken. Kommt dir bekannt vor?
Der Volumenunterschied zwischen einer Sommer- und einer Winter-Bikepacking-Ausrüstung ist nicht „ein bisschen". Es sind 30–50 % mehr Volumen. Hier ist, woher das kommt und was du dagegen tun kannst.
Schlafsack. Ein Sommerschlafsack bis +5 °C braucht komprimiert 3–5 Liter. Ein Winterschlafsack bis −5 °C braucht 7–10 Liter. Unterschied: 4–5 Liter, oder eine ganze Satteltasche.
Kleidung. Sommer: Shorts, T-Shirt, leichte Windjacke. Im Herbst kommt eine Daunenjacke dazu (2–3 Liter komprimiert), eine dickere Regenjacke (1–2 Liter), warme Handschuhe, eine Mütze, Ersatzsocken. Insgesamt: +5–7 Liter.
Zelt. Wenn du vom Biwak auf ein Zelt umsteigst, sind das weitere 4–6 Liter. Selbst ein leichtes Doppelwandzelt braucht Platz.
Essen und Brennstoff. Im Winter isst du mehr, und ein Gaskocher funktioniert schlechter — du brauchst Benzin oder ein Multifuel-System. Eine 230-g-Gaskartusche sind 0,5 Liter. Ein Liter Benzin in der Flasche sind 1,2 Liter. Der Unterschied ist klein, aber zusammen mit allem anderen kritisch.
Wasser. Im Sommer füllst du alle 30–40 km nach. Im Winter können Quellen gefroren sein, also trägst du mehr Wasser mit. Ein zusätzlicher Liter Wasser ist ein zusätzlicher Liter Volumen.
| Kategorie | Sommer (L) | Herbst/Winter (L) | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Schlafsack | 4 | 8 | +4 |
| Kleidung | 3 | 9 | +6 |
| Zelt/Biwak | 2 | 5 | +3 |
| Küche | 1 | 2 | +1 |
| Wasser (Reserve) | 1 | 2 | +1 |
| Gesamt | 11 | 26 | +15 |
Fünfzehn Liter. Das ist eine weitere Satteltasche und eine weitere Lenkertasche. Oder — wenn du schon bis zum Rand vollgepackt bist — bedeutet es, dass etwas zu Hause bleiben muss.
1. Wechsle den Schlafsack, nicht die Tasche. Der Unterschied zwischen einem Daunenschlafsack bis −5 °C und einem Kunstfaserschlafsack bis −5 °C beträgt 2–3 Liter komprimiert. Daune kostet mehr, aber du kaufst ja keine neue Tasche, und du gewinnst Platz.
2. Kleidung: Schichten statt Masse. Eine dicke Jacke braucht mehr Platz als zwei dünne, die du übereinander trägst. Baselayer, Fleece, Daunenjacke — drei Ein-Liter-Schichten statt einer Vier-Liter-Jacke.
3. Essen: Kaloriendichte. Gefriergetrocknete Mahlzeiten brauchen halb so viel Platz wie Konserven oder Nudelpackungen. 4000 Kalorien gefriergetrocknet sind 1,5 Liter. Dieselben 4000 Kalorien als normales Essen sind 3–4 Liter.
4. Wasser: Filter statt Reserve. Wenn es auf deiner Route Bäche gibt (auch gefrorene), ersetzt ein leichter Filter (0,3 Liter) einen Liter Reservewasser. Ja, der Filter kann einfrieren — bewahre ihn in einer inneren Jackentasche auf.
5. Überdenke deine Ausrüstung. Im Winter sitzt du nicht bis Mitternacht am Lagerfeuer — es wird früh dunkel, es ist kalt. Also brauchst du keinen Stuhl. Kein Buch. Keine Ersatzschuhe. Jeder Gegenstand, den du weglässt, ist ein oder zwei Liter, die du deinem Schlafsack geben kannst.
Eine Sommerausrüstung passt in Satteltasche + Lenkertasche + Rahmentasche. Eine Herbstausrüstung braucht entweder eine vierte Tasche oder ein Überdenken dessen, was du für „notwendig" hältst. Die Rechnung ist einfach: +15 Liter sind nicht „zieh dich etwas wärmer an" — das ist eine andere Kategorie von Tour. Plane dafür im Voraus, nicht auf dem Parkplatz am Trailhead im November.
Die Zahlen in der Tabelle sind ein Anhaltspunkt. Überprüfe deinen eigenen Schlafsack und deine Jacken — Modelle unterscheiden sich, und deine 8 Liter könnten 10 sein. Daunenschlafsäcke verlieren Volumen, wenn sie nass werden — in einem nassen Winter kann Kunstfaser trotz des größeren Packmaßes im trockenen Zustand praktischer sein.