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Veröffentlicht am 2026-05-19

Wie du Bikepacking-Taschen kaufst, ohne den Fehler zu machen, den alle machen

Stell dir vor: Du scrollst Instagram, siehst ein perfekt fotografiertes Apidura-Setup, denkst ja, das bin jetzt ich, und kaufst eine 16L-Satteltasche, eine 14L-Lenkertasche und eine 5L-Rahmentasche — bevor du eine einzige Socke gepackt hast. Drei Wochen später, am ersten Tag deiner Tour, passt der Schlafsack nicht in die Satteltasche, in der Lenkertasche stecken nur Tortillas, und deine Regenjacke baumelt mit einem Gummi am Lenker wie eine Geisel aus den 90ern.

Du bist nicht allein. Ich hab Freunde dabei beobachtet. Ich hab das selbst gemacht. Die Marketingabteilung der Taschenbranche hat einen Namen für dich: Kunde.

Die Reihenfolge zählt

Die richtige Reihenfolge ist langweilig:

  1. Entscheide, was du mitnimmst.
  2. Rechne es zusammen. Volumen in Liter.
  3. Dann kauf Taschen.

Die meisten machen es andersrum. Taschen kaufen sie zuerst, weil Taschen sexy sind — sie haben Logos, Tests und YouTuber, die sie benutzen. Ausrüstung ist der langweilige Teil: ein Zelt, das im Keller wohnt, Funktionsunterwäsche, die du seit drei Jahren hast, derselbe Kocher, den du irgendwann mal impulsiv gekauft hast. Taschen kriegen den Dopamin-Kick, Ausrüstung kriegt die Hausaufgaben.

Aber die Taschen müssen die Ausrüstung tragen. Nicht umgekehrt.

Der 2-Liter-Puffer

Die nützlichste Zahl, die du diese Woche liest: rechne zu deinem Volumen 2 Liter dazu.

Warum?

  • Du wirst an einer Tankstelle einen Snack kaufen und ihn irgendwo unterbringen müssen.
  • Es wird regnen, und die Regenjacke von gestern ist jetzt ein nasser Knäuel, der seinen eigenen Container braucht.
  • Der coole Aufkleber von der Brauerei? Klebt auf deiner Handyhülle, okay. Aber die zweite Schicht, die du um 3 Uhr morgens doch brauchst? Die muss in eine Tasche.
  • Kompression ist Theorie. Das tatsächlich gepackte Volumen ist 10–15% größer als das Datenblatt, weil du nicht die Geduld hast, deinen Schlafsack so zu rollen, wie es die Marketingabteilung des Herstellers tut.

Wenn deine Ausrüstung 18 Liter ergibt, kauf Taschen mit insgesamt mindestens 20. Wenn die Rechnung 25 sagt, plan 27–28. Vertrau mir. Oder vertrau allen, die schon mal eine Windjacke am Straßenrand auf einen Lenker gespannt haben.

"Aber ich brauch das vielleicht"

Es gibt einen Parallelfehler auf der Ausrüstungsseite: den "vielleicht brauch ich's"-Stapel. Die dritte Stirnlampe, das zweite Multitool, der extra Kochtopf für das Abendessen, das du nie kochen wirst.

Nützlicher Trick: Pack alles am Vorabend, dann pack alles wieder aus und frag jedes Teil — hab ich das letzte Tour benutzt? Wenn nein, bleibt es zu Hause. Konsequent anwenden. Du wirst überrascht sein, wie viel Volumen du freikriegst — und brauchst dann gar keine 28L-Konfiguration mehr.

Marken mischen. Ist völlig okay.

Kurz: Leute werden abergläubisch beim Thema Marken-Matching. "Ich hab vorne Apidura, also brauch ich hinten auch Apidura." Nein, brauchst du nicht. Taschen sind sich gegenseitig egal. Kauf das, was zu deinem Rad passt, zu deiner Ausrüstung und zu deinem Budget — in dieser Reihenfolge. Die Bikepacking-Polizei wird dir nicht den Ausweis abnehmen, wenn deine Lenkerrolle von Restrap ist und deine Satteltasche von Ortlieb.

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Genau dafür hab ich Veloadout gebaut — damit Schritt 1 und 2 fünf Minuten dauern statt eines ganzen Abends mit Notizbuch. Trag die Ausrüstung ein, die du hast, sieh das Gesamtvolumen, sieh welche Taschengrößen passen. Optional kannst du die konkreten Modelle auswählen — die Affiliate-Links zahlen mir einen Kaffee.

Dann kauf Taschen. Dann fahr los.

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